Kommunale Wirtschaftsförderung nach der Krise

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Meiner Meinung nach wird die Wirtschaft die kommenden Jahre von drei Dingen geprägt sein:

  1. den Folgen der Corona-Krise
  2. mehr Digitalisierung
  3. mehr Nachhaltigkeit.

Was kann man als Bürgermeisterin von Oerlinghausen tun, um Unternehmer:innen mehr Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit vorzubereiten, und wie kann man die Folgen der Corona-Krise abmildern? Das möchte ich hier vorstellen:

1. Beratung / Information / Fortbildung

Der Kreis Lippe bietet bereits eine eigene Beratung / Information zur Wirtschaftsförderung an. Als Kommune bzw. Bürgermeisterin kann man die Zugänglichkeit und Erreichbarkeit dieser Angebote verbessern. Ergänzend dazu kann es Informationsveranstaltungen und Weiterbildungen geben, z.B. zu Themen wie

  • Crowd Funding als neue Finanzierungsmöglichkeit,
  • Rapid Prototyping und Design Thinking als Techniken zur Weiterentwicklung von Unternehmen, die zurzeit vor allem in Start-Ups und Großunternehmen zum Einsatz kommen,
  • modernen Führungskonzepten wie Adaptive Leadership,
  • Online-Marketing,
  • neuen Umgangsformen mit Unsicherheit wie Agilität oder
  • neuen Verfahren, wie noch besser verbrauchsorientiert eingekauft werden kann.

2. Gründung / Neuausrichtung / Erweiterung erleichtern

Hier kann man aus der Start-Up Szene bzw. von Städten, die erfolgreich viele neue Gründungen ansiedeln, lernen und diese Konzepte auf Oerlinghausen (und seine Größe anpassen), z.B. Coworking Spaces (also geteilte, flexible Büroräume) einwerben oder sogar als Nachnutzung für leer werdende städtische Gebäude in Betracht ziehen. Diese können z.B. mit Veranstaltungsräumen für nachhaltiges Tagungswesen oder Makerspaces (kleine, auf Laien ausgerichtete Werkstätten für kleine Reparaturen und der Möglichkeit, einfach Prototypen zu entwerfen). Gerade Makerspaces können auch für Schulen und für ehrenamtliche Projekte wie das Repair Cafe spannend sein (so könnte das Repair Cafe z.B. einen festen Ort finden).

3. Standortmarketing für neue Unternehmen verbessern

Auf der Homepage der Stadt Oerlinghausen fehlt ganz klar der Punkt Oerlinghausen für Unternehmen. Hier sollten in ansprechender und klarer Sprache wichtige Punkte der Wirtschaftslandschafts Oerlinghausen dargestellt werden. Welche Flächen stehen zur Verfügung? Welche Unternehmen sind bereits angesiedelt? Wie digitalisiert ist die Verwaltung? Welchen Stellenwert hat Wirtschaftsförderung in der Gemeinde? Wie steht es um weiche Standortfaktoren wie ÖPNV, Wohnen, Kultur, Schule, Erwachsenenbildung, Gesundheit?**

4. Vernetzung fördern & Ideen unterstützen

Für mich zeichnet sich eine gute Wirtschaftsförderung auch dadurch aus, dass gezielt regionale Unternehmen vernetzt werden. Manche Unternehmen in Oerlinghausen setzen die Punkte, die ich in 1) nenne, bereits um. Andere Unternehmen in Oerlinghausen können davon lernen und dafür anderes Wissen und andere Fähigkeiten in das Netzwerk einbringen. Gleichzeitig kann man gute Ideen vor Ort auch ohne viel Geld fördern – indem man jederzeit einen guten Überblick über ehrenamtliche Initiativen und Unternehmen und ihre Wirtschaftszweige hat und so, die richtigen Menschen und Ideen zusammenbringt.

5. Finanzielle Wirtschaftsförderung

Stand heute (1.6.2020) ist noch nicht klar, inwieweit der Bund Kommunen finanziell durch die Corona-Krise hilft*. Die Corona-Krise trifft die Kommunen finanziell besonders stark, denn die Gewerbesteuereinnahmen sind die wichtigste Einnahmequelle der Kommunen – und die gingen während der Corona-Krise zurück. Deshalb kann ich mich heute nicht darauf festlegen, was in der kommunalen Wirtschaftsförderung finanziell möglich sein wird.

* Olaf Scholz von der SPD ist für eine Übernahme der Altschulden während die Unionsfraktion für andere Entlastungen ist, siehe z.B. hier https://www.tagesschau.de/wirtschaft/kommunen-corona-scholz-101.html.

** Was diese weichen Standortfaktoren für mich gut und nachhaltig macht und was ich dort vorhabe, folgt in den nächsten Wochen.

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